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Wir bleiben Deine Stimme!

Liebe Eva,

es fällt schwer zu begreifen, dass wir nun Abschied von Dir nehmen müssen.

Mit Deinem Tod verlieren wir nicht nur eine außergewöhnliche Medizinjournalistin und leidenschaftliche Patientinnenvertreterin. Wir verlieren eine Freundin, eine kritische Mitstreiterin, eine unermüdliche Kämpferin und einen Menschen, der die Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Deutschland über Jahrzehnte hinweg geprägt hat wie kaum ein anderer.

Als Du 2004 selbst an Brustkrebs erkranktest, waren Deine Jungs noch klein. Für viele wäre diese Diagnose das Ende vieler Pläne gewesen. Für Dich war sie der Beginn einer Aufgabe, die weit über Deine eigene Erkrankung hinausging. Du hast aus persönlicher Betroffenheit eine Bewegung geschaffen. Mit Mamma Mia! hast Du unzähligen Frauen eine Stimme gegeben – und ihnen gezeigt, dass Wissen Hoffnung schenken kann. Generationen von Patientinnen haben durch Dich Orientierung gefunden, Mut geschöpft und gelernt, selbstbewusst ihren eigenen Weg durch die Erkrankung zu gehen.

Du hast Dich nicht nur in Deutschland für Patientinnen eingesetzt. Du warst auch Vorstandsmitglied der ABC Global Alliance und der World Ovarian Cancer Coalition – zwei internationalen Organisationen, die sich weltweit für die Interessen von Patientinnen und Patienten engagieren und insbesondere auch die Versorgung in Ländern mit begrenzten Ressourcen verbessern. Es spielte für Dich nie eine Rolle, ob eine Patientin in Frankfurt, Nairobi oder Bogotá lebte. Für Dich hatte jeder Mensch das gleiche Recht auf Wissen, Hoffnung und Zugang zu einer bestmöglichen Behandlung.

Immer wieder hast Du Deine Erfahrung und Deine Stimme in internationale Gremien, klinische Studien und gesundheitspolitische Diskussionen eingebracht. Du hast gefragt, hinterfragt und Dich eingemischt – nicht um Recht zu behalten, sondern weil Du überzeugt warst, dass jede Patientin eine bessere Versorgung verdient. Genau deshalb warst Du weit über Deutschland hinaus eine geschätzte und respektierte Partnerin.

Wir sind sehr dankbar , dass wir diesen Weg viele Jahre mit Dir gemeinsam gehen konnten.

Wir erinnern uns an unzählige Begegnungen – auf Kongressen in San Antonio, Chicago, Barcelona, Madrid, Wien, Paris oder Berlin. Oft begann alles mit einer gemeinsamen Taxifahrt vom Flughafen. Kaum saßen wir nebeneinander, ging es schon wieder los: neue Studien, neue Medikamente, neue Ideen, neue Fragen. Und immer wieder dieselbe Überzeugung: Wie bringen wir den medizinischen Fortschritt schneller zu den Patientinnen?

Du warst nie zufrieden mit dem Erreichten. Du hast hinterfragt, diskutiert, widersprochen und uns Ärztinnen und Ärzte immer wieder herausgefordert. Nicht, weil Du kritisieren wolltest, sondern weil Du wusstest, dass jede Verbesserung Leben verändern kann. Du warst unser Korrektiv – immer auf der Seite der Patientinnen, immer mit klarem Kompass und immer mit dem Mut, Dinge anzusprechen, die andere lieber verschwiegen hätten.

Gemeinsam haben wir Patiententage gestaltet, Workshops durchgeführt, Podcasts erstellt, Mamma Mia!-TV auf internationalen Kongressen produziert, Artikel geschrieben, über Leitlinien diskutiert und neue Therapien erklärt. Wir haben erlebt, wie Du nach Vorträgen von Patientinnen umringt wurdest, weil sie sich verstanden fühlten. Und wir haben auch gemeinsam über Deine eigene Erkrankung gesprochen – über Hoffnungen, Therapieentscheidungen, Erfolge und Rückschläge.

Trotz allem hast Du nie den Blick für andere verloren.

Selbst als Deine Erkrankung voranschritt und Du seit 2018 mit metastasiertem Brustkrebs gelebt hast, warst Du weiterhin unterwegs. Kongress um Kongress, Sitzung um Sitzung, Gespräch um Gespräch. Immer mit der gleichen Energie, immer mit der gleichen Überzeugung und oft mit einem Lächeln, das Zuversicht ausstrahlte – selbst dann, wenn Du selbst allen Grund gehabt hättest, sie zu verlieren.

Viele nannten Dich die „personifizierte Hoffnung“. Sie hatten recht.

Du hast Patientinnen Mut gemacht, wenn sie glaubten, keinen mehr finden zu können. Du hast ihnen erklärt, was Medizin bedeutet, ohne ihnen die Angst zu nehmen, sondern indem Du ihnen Wissen gegeben hast. Du hast dafür gesorgt, dass Patientinnen heute selbstverständlich an Leitlinien, Studien und gesundheitspolitischen Entscheidungen beteiligt werden. Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, trägt auch Deine Handschrift.

Liebe Eva, Du warst unbequem, wenn es nötig war. Hartnäckig, wenn Veränderungen zu langsam gingen. Humorvoll, wenn andere längst resigniert hätten. Warmherzig, aufmerksam und voller Lebensfreude. Vor allem aber warst Du immer authentisch. Nie hast Du Dich selbst in den Mittelpunkt gestellt. Es ging Dir nie um Anerkennung. Es ging Dir immer um die Menschen, für die Du gekämpft hast.

Wir werden Dich vermissen.

Die Gespräche. Die Diskussionen. Deine klugen Fragen. Deine Hartnäckigkeit. Dein Lachen. Und diese ganz besondere Mischung aus journalistischer Neugier, wissenschaftlicher Präzision und menschlicher Wärme.

Liebe Eva, Du hast einmal gesagt, Hoffnung brauche Wissen. Du hast beides unzähligen Menschen geschenkt.

Dein Vermächtnis wird bleiben – in den Patientinnen, denen Du Mut gemacht hast, in den Strukturen, die Du mit aufgebaut hast, in den vielen Menschen, die Du inspiriert hast, und auch in unserem Netzwerk.

Wir sind dankbar, dass wir Dich begleiten durften. Es war uns eine Ehre.

Unser tiefes Mitgefühl gilt Deiner Familie, Deinen Freunden und allen, die Dich liebten.

Mach's gut, liebe Eva – Wir werden Deine Stimme bleiben – und Dich nie vergessen.

Dein OncoNet Rhein-Main e.V.

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